Projekte - Dreblow

Hier stellt die Geschichts-Arbeitsgemeinschaft das Projekt zu den Forschern Ernst Dreblow und Gunther Plüschow vor.


Unter Leitung von Frau Heidrich gründete sich diese Arbeitsgemeinschaft 2005.


Von 2005 bis 2008 waren dabei:

  • Patricia Weist
  • Dennis Schmidt
  • Sandra Windelband
  • Sabrina Zabel
  • Kathrin Hubert
  • Maika Ranke




Seit 2008 sind dabei:
  • Marco Powelz
  • Giulia Vollmann
  • Nicole Rosenberg
  • Christoph Ossowski
  • Leonard Piltz



1. Ergebnisbericht


Lebenslauf von
ERNST DREBLOW (1892 - 1931)


Geburt:
12.12.1892
bei Stettin / Kindheit in Stettin

Familie:
Bruder: Hans Dreblow, geb. 1895 bis 1900. Angaben zu Eltern und weiteren Geschwistern gingen im Laufe der Kriegsereignisse verloren.

Schulbildung:
1899 bis 1907
Grund- und Volksschule in Stettin

Berufsaubildung:
1907 bis 1910
Mechanikerlehre vermutlich auf der Werft in Stettin

Kriegsdienst:
1910 bis 1911
einjährig Freiwilliger in Kiel. 1. Zusammentreffen mit Plüschow.

1914 bis 1918
Kriegseinsatz als Mechaniker/Ausbilder in Kiel. Verwundungen oder eine Kriegsgefangenschaft sind nicht bekannt.

November 1918:
Der Krieg ist aus! Ernst Dreblow geht zurück nach Stettin.

Beruflicher Werdegang:

1911 bis 1914
Mechanikertätigkeit Erwerb der Hochschulreife über die Abendschule

1918 bis 1921
Maschinenbaustudium in Stettin. Abschluss als graduierter Ingenieur.

1921
Angebot der Askania Werke. Er geht als Forschungsingenieur nach Berlin. Hier hat er vermutlich jene Beziehung zu einer Französin, deren Ergebnis eine uneheliche Tochter ist. Die in Frankreich leben soll. Ein Aufenthalt Dreblows in Frankreich kann nicht mehr bewiesen werden.

1921 bis 1927
Dreblow arbeitet in der F. u. E. Abteilung. Teilnahme an Flugzeugerprobungen in Joachimsthal. 2. Zusammentreffen mit Plüschow. Heirat mit einer Frau Paula o. Pauline Hansen aus Köln oder Umgebung.

Letzte Adresse: Laubacher Str. 54 in Bln. Wilmersdorf.

Nov. 1927
Von Askania an Plüschow ausgeliehen als Flugzeugingenieur

1927 bis 1929
I. Feuerland- und Patagonierexpedition:
Eintreffen in Punto Arenas im Sept./Okt. 1928. Bis Dezember Zusammenbau des Doppeldeckers auf der Werft Braun y Blanchard.

Dezember 1928
Der erste große Flug in das argentinische Ushuaia. Mit an Bord ist die erste Luftpost von Punta Arenas nach Ushuaia. Überflug, fotografische und kartografische Erfassung der Darwin - Kordilleren, das Kap Horn und die Torres del Paine in Patagonien. Sie waren fasziniert von der Schönheit des patagonischen Inlandeises. Sie brachten, unter Lebensgefahr, zum ersten Mal Fotos und Filmmaterial von den unerforschten Gegenden Südamerikas mit.

Juli 1929
Rückkehr nach Deutschland. Ernst Dreblow beschafft die Ersatzteile. Plüschow veröffentlicht Buch und Film Silberkondor über Feuerland. Damit und mit Vorträgen sammelt er Geld für die neue Expedition.

Herbst 1929
Rückkehr Dreblows nach Südamerika.

1930
Eintreffen in Puerto Natales. Bis zur Ankunft Plüschows lebt er dort allein. Er schraubt am Flugzeug um es wieder flott zu machen. Täglich fuhr er mit dem Motorrad von seiner Unterkunft am Kühlhaus zur Poststation am Meer und zurück.

Herbst 1930
Plüschow trifft mit Ausrüstung und Geld ein. Es beginnen die letzten Vorbereitungen.

Dezember 1930
Beginn der II. Patagonierexpedition.
Fortsetzung der Flüge um u. a. den Rest des Torres del Pain und den Perito-Moreno-Gletscher aus der Luft zu erkunden. Schlechtes Wetter und starke technische Probleme erschwerten die Arbeit.

28.01.1931
Absturz am Lago Argentino.

Augenzeugenbericht
Dreblow sprang aus dem trudelnden Flugzeug ab, hielt sich am öffnenden Fallschirm fest, ließ jedoch durch Entkräftung los. Er stürzte in den Gletschersee, konnte sich noch schwimmend ans Ufer retten, wo er vermutlich an Unterkühlung verstarb. Provisorische Bestattung am See. Dann Überführung nach Buenos Aires und Kremierung der Leiche. Die Urne gelangte über Hamburg nach Berlin, wo Sie am 16.05.1931 auf dem Parkfriedhof Lichterfelde beigesetzt wurde.

2. Ergebnisbericht


Lebenslauf von
Gunther Plüschow (1886 - 1931)



08.02.1886:
in München geboren

1886 bis 1894:
Kindheit in Rom

1894:
Familie kehrt zurück nach Deutschland

1896:
Aufnahme in die Kadettenanstalt Plön

1901:
Wechsel an die Kadettenanstalt der Marine Berlin Lichterfelde

1905:
Abschluss der Ausbildung Beförderung zum Leutnant Dienst auf Torpedoboot S87 in Kiel

1906:
Dienstantritt als Leutnant zur See auf der SMS Fürst Bismarck

1911:
Kommandant des Torpedobootes S87 in Kiel und Ausbildung zum Schwimmtaucher

1912:
Versetzung an Marine Offiziersschule Märwick als Gruppenoffizier Beginn der Fliegerausbildung bei den Rumpler - Werken Berlin Joachimsthal Hochzeit mit Elsa Kempfe ( Isot) (* 20.06.1889 in Magdeburg + 01.08. 1979 in Berlin 1 Kind :Gernot Guntolf Plüschow geb. 1917 Lebt heute in Kanada

1913:
Abkommandierung nach Tsingtau als Aufklärungsflieger

1914:
November Flucht auf Befehl mit seinem Flugzeug und wichtigen geheimen Unterlagen. über Schanghai, San Francisco, New York nach Italien In Gibraltar wird er von Britten kontrolliert und gefangen genommen. Von Gibraltar wird er ins Kriegsgefangenenlager Dornchester und nach Donnington Hall gebracht.

1915:
Flucht aus Donnington Hall. Er versteckt sich in den Docks von London und besteigt als blinder Passagier einen Dampfer nach Holland. Von dort reist er weiter nach Deutschland und wird in Goch als Spion verdächtigt und gefangen genommen. Er kennt den Vorgesetzten und kommt wieder frei!

13.06.1915:
Ankunft in Schwerin. Wiedereintritt in den Militärdienst als Chef der Seefliegerabteilungen. Verfassung des Buches Der Flieger von Tsingtau.

1919
Versaier Friedensverträge: Plüschow demissioniert beim Militär als Korvettenkapitän und versucht im zivilen Leben Fuß zu fassen. Er arbeitet abwechselt als Postflieger, Filmvorführer, Auto- und Motorradhändler und Motorradfahrer.

1924-26
Vertag mit dem Ullstein - Verlag über einen Bildband- Reisebericht. Er bricht 1925 an Bord der Parma zu einer Reise über Rio de Janeiro und Kap Horn nach Chile auf. Dort angekommen bricht er zu fuß in die letzten Urwälder Patagoniens auf. Seine Reise endete erst in Ecuador.
Von dort aus kehrte er mit dem Dampfer Planet nach Deutschland zurück und ver�ffentlichte sein 2. Buch Segelfahrt ins Wunderland

1927
Plöschow führt ständig zwischen Berlin und Büsum hin und her. Die Vorbereitungen für die Expedition gehen dem Ende entgegen. Im Oktober stößt Ernst Dreblow zum Expeditionsteam. Er verlässt gemeinsam mit dem in Kisten verpackten Flugzeug an Bord des Dampfers Planet Anfang November Deutschland in Richtung Südamerika.

1927
Plüschow bricht mit 5 Mann Besatzung an Bord des Kutters Feuerland zur geplanten Expedition auf.
1929
Abbruch der Forschungsreise aus Geldmangel, Verkauf der Feuerland für die Rückfahrttickets.

1930
Sommer Plüschow kehrt nach Patagonien zurück, wo er Ende Oktober eintrifft. Bis Dezember werden die letzten Vorbereitungen des Flugzeugs vollzogen. Im Dezember beginnen die Erkundungsflüge im argentinisch/chilenischen Grenzgebiet!

28.01.1931
Absturz am Lago Argentino Das Flugzeug stürzt im Landeanflug auf den See ab. Plüschow stürzt mit dem Wrack in den See in ist sofort tot.


3. Ergebnisbericht





Die I. Expedition 1927 bis 1929

Am 27. November 1927 reiste Gunther Plüschow mit seinem eigens dafür gebauten Expeditionskutter Feuerland von Büsum nach Punta Arenas in Chile. Die Reise führte über Teneriffa, Bahßa, Rio de Janeiro, Santos, Montevideo und Buenos Aires. Gunther Plüschow mit seinem eigens dafür gebauten Expeditionskutter Feuerland von Büsum nach Punta Arenas in Chile. Die Reise führte über Teneriffa, Bahßa, Rio de Janeiro, Santos, Montevideo und Buenos Aires. Gleichzeitig beförderte der Dampfer PLANET von der Reederei Laeisz, mit dem von der Firma Askania gekommenen Ing. Ernst Dreblow, sein Wasserflugzeug Heinkel HD 24 W D-1313 nach Chile, wo Plüschow es in Punte Arenas übernehmen und zusammen mit Dreblow aufrüsten konnte. Das Kennzeichen mit der zweimaligen 13 hatte er sich erbeten, weil ihm seine spätere Frau Isot anlässlich seines bestandenen Pilotenexamens ein Kettchen mit einer goldenen 13 geschenkt hatte, dass er als seinen Glücksbringer betrachtete. Bis Dezember 1928 bauten Plüschow und sein Flugzeugmechaniker auf dem Gelände der Werft von Braun y Blanchard in Punta Arenas den bis dahin in Kisten verpackten Doppeldecker erfolgreich zusammen. Der erste große Flug geht in das argentinische Ushuaia, mit an Bord ist die erste Luftpost von Punta Arenas nach Ushuaia. In den folgenden Monaten überflogen der Pilot Plüschow und der Bordingenieur Ernst Dreblow als erste Menschen die Darwin - Kordilleren auf der großen Feuerlandinsel, das Kap Hoorn und die Torres del Paine in Patagonien. Sie waren fasziniert von der überwältigenden Schönheit des patagonischen Inlandeises und brachten von ihren Flügen, oft unter Lebensgefahr, zum ersten Mal Fotos und Filmmaterial von diesen bis dahin unerforschten Gegenden Südamerikas mit. Sie blieben etwa 8 Monate im südlichen Teil Südamerikas. Im Juli 1929 kehrten beide nach Deutschland zurück. Plüschow veröffentlichte das Buch Silberkondor über Feuerland und einen gleichnamigen Film. Damit und mit Vorträgen sammelte Geld für die nächste Südamerikaexpedition. Ernst Dreblow
beschaffte die notwendigen Ersatzteile für den Doppeldecker. Er kehrt bereits im Herbst 1929 nach Patagonien zurück, wo er im Frühjahr 1930 in Puerto Natales eintrifft.

Die II. Expedition 1930 bis 1931

Herbst 1930
Gunther Plüschow trifft mit neuer Ausrüstung und Geld in Puerto Natales ein. Die abschließenden Vorbereitungen für die neue Expedition beginnen.

Dezember 1930
Beginn der II. Patagonierexpedition. Fortsetzung der Forschungsflüge um u. a. den Perito-Moreno-Gletscher aus der Luft zu erkunden. Dabei stürzte er am 28. Januar 1931 mit seinem Flugzeug in den Rico-See am Fuße des Gletschers, wobei Beide ums Leben kamen. An der Absturzstelle im argentinischen Teil Patagoniens wurde ein Monument errichtet, wo bis heute regelmäßig des Todes der beiden Flugpioniere gedacht wird. Ein weiteres Denkmal wurde in Chile , im Nationalpark TORRES DEL PAINE, unweit der Stelle errichtet, an der Plüschow und sein Flugbegleiter Ernst Dreblow ein strategisch wichtiges Lager am Ufer des Lago Sarmiento angelegt hatten .

28.01.1931:
Absturz am Lago Argentino
Gunter Plüschow stürzte mit dem Flugzeug in den See. Er wurde später mit gebrochenen Knochen aus dem See geborgen. Von Augenzeugen wurde berichtet, dass Ernst Dreblow aus dem trudelnden Flugzeug absprang, sich am öffnenden Fallschirm noch festhielt, jedoch durch Versagen seiner Kräfte losließ. Er stürzte in den Gletschersee, konnte sich noch schwimmend ans Ufer retten, wo er vermutlich an Unterkühlung verstarb. Beide wurden vorübergehend am Lago di Argentino bestattet um später nach Buenos Aires überführt und eingeäschert zu werden. Die Urnen gelangten über Hamburg nach Berlin, wo Sie am 16.05.1931 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Parkfriedhof Bln. Lichterfelde beigesetzt wurden.





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